fernsehen heute

27. April 2008

genauer - Ferkeleien im Privat-Fernsehen

Abgelegt unter: Allgemein — admin @ 20:11

> > Auffällig ist hierbei, dass
> > Fleisch im Gegensatz zu vielen pflanzlichen Produkten (fast) IMMER
> > einer kulturell eingehenden Verabeitung unterliegt, bevor es zum
> > Verzehr kommt,
>
> Ausser bei Obst sieht’s da aber auch bei pflanzlichen Produkten
> recht aehnlich aus: Getreide wird kompliziert zu Brot verarbeitet,
> rohe Kartoffeln tut sich niemand freiwillig an, usw.
>
> Wenn man sich also nur auf unbearbeitete Rohkost beschraenken
> wuerde, kaeme ein recht kompakter Diaetplan zustande, der wohl
> v.a. aus Obst, Karotten (darf man sie schaelen ?), Tomaten, Salat
> ohne Essig und Oel, Milch, und ein paar Nuessen (gilt das
> Oeffnen als “Bearbeiten” ?) bestuende.
>
> Oh, da ja auch Zerkleinern als Bearbeitung gilt, kommen nur
> Sachen in Frage, die man am Stueck schlucken kann :-) Du legst ein schönes Beispiel dar, wie selbstverständlich es
anscheinend ist, zu vergessen, dass der einzige Weg für ein Tier,
seine Nahrung zu zerkleinern, sein Gebiss ist. Und eben Dieses ist
bei uns absolut hoffnungslos degeneriert. Gorillas sind ebenfalls
Vegetarier, besitzen aber ein furchterregendes Gebiss, das jedoch
lediglich zum zerreißen der faserigen Pflanzenteile dient. Unsere
Vorfahren besaßen ebenfalls noch einen ausladenden Unterkiefer und
eine Schädelform, die ausgeprägte Kaumuskulatur erlaubte, womit sie
wahrscheinlich auch Problemlos z.B. Wurzeln zerkleinerten und
zerkauten. Obst und Gemüse am Stück waren überhaupt kein Problem.
(Denk mal an die Zahnpastawerbung mit dem Apfel). Reine Carnivoren
allerdings besitzen einen Kiefer, der sich nicht seitlich verschieben
lässt. Muskelfaserfleisch, kleinere Knochen, Sehnen usw. werden wie
mit einer Schere zerschnitten. Ihnen fehlen die Mahlzähne zum
zerreiben pflanzlicher Nahrung, d.h. ihre Molaren und Prämolaren sind
zu Reißzähnen geformt, was bei der Struktur der Nahrung eben
sinvoller ist. Dazu kommt der pH-Wert des Darms, der bei Carnivoren
wesentlich saurer (ca. 3-3,5) als beim Menschen (5-6) ist, womit sich
Fleisch (u.v.a. Haare usw.)besser verdauen lässt. Ich habe
gelegentlich den Eindruck, der enorme Verzehr von Coca-Cola in den
USA ist ebenfalls eine Art Prothese, die der besseren Verdauung der
Massen an Fleisch dient, welche dort verzehrt werden. Allerdings sind
wir Menschen auch nicht in der Lage Cellulose zu verdauen. Alle
anderen Säugetiere besitzen dazu einen Gährmagen, in dem mit Hilfe
von Symbionten (Bakterien) die Cellulose abgebaut wird (Nagetiere und
Huftiere). Unser Blinddarm ist wahrscheinlich so ein rudimentäres
“Caecum”, wie es Nagetiere besitzen. Ausgeglichen wird dies alles
Heute, wie bereits gesagt, durch die Küche und dem dazugehörigen
Instrumentarium. Ich wollte lediglich sagen, dass wir ursprünglich
wohl keine Fleischfresser waren (in dem Maße, in dem es uns heute
Zugänglich ist)
>
> > Alles in allem ist Fleischverzehr in unserer Zeit ein Frage der
> > Prägung und der Gewohnheit. Es ist im engeren Sinne nicht
> > Lebensnotwenig und das Rauchen aufzugeben ist meiner Erfahrung nach
> > wesentlich schwieriger.
>
> Ziemlich wenig ist im engeren Sinne lebensnotwendig. Dennoch
> waere das Leben ohne diese kleinen Extras recht trist. Daraus,
> dass diverse Exzesse, denen man sich heutzutage mit einer
> gewissen Selbstverstaendlichkeit hingibt, manchmal gravierende
> Nachteile mit sich bringen, zu schliessen, dass nur in
> kompromissloser Askese Hoffnung besteht, halte ich fuer einen
> tragischen Fehlschluss.
>
Vegetarismus bedeutet keine Askese im Sinne des Verzichtes auf
Genuss. Erst als Vegetarier habe ich entdeckt, was alles geht (weil
ich es musste) und was es alles kulinarisches gibt ausser “Fleisch
mit Beilage”. Bei 1,80 hab ich mit 85 kg auch Übergewicht, ganz ohne
Fleisch :) In meinem Fall ist das kleine Extra dann der Nudelauflauf
mit Tomaten-Sahne-Soße und Cheddar-Käse überbacken, oder die
Soja-Burger, die vor Ketchup und Majo nur so triefen.
> Ich muss allerdings zugeben, dass ich gut verstehen kann, wenn
> man in gewissen Regionen lieber auf Fleisch verzichtet. Ich bin
> z.B. vor gut zweieinhalb Jahren nach Argentinien gezogen und
> hab mich an das hiesige Rindfleisch gewoehnt. Seither verzichte
> ich, wenn ich auf Reisen bin, gerne auf den waessrigen
> Industriemuell, der vielerorts als “Fleisch” verkauft wird.
Also meines Wissens nach, kann man auch auf “heimische” Produkte
gerne Verzichten, wenn man weiß, was alles in der Wurst ist. Die
ganzen Fastfoodketten würden ohne Natriumglutamat auch nicht weit
kommen, mit dem, was sie da anbieten.
HR
>
> - Werner

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